Tag 036: Cu Chi-Tunnel

Nach über zweistündiger Busfahrt für die knapp 35 km sind wir endlich angekommen. Der Verkehr zum bevorstehenden Neujahrsfest („Tet“) machte sich heute vermutlich besonders bemerkbar. 

Da es keine brauchbare Anbindung der Cu Chi-Tunnel an die öffentlichen Bus gibt haben wir für ein paar Dollar Tickets für einen Touristenbus gekauft. Wir sind froh das es nur ein Trip für einen halben Tag war, denn es bewahrheitete sich wieder die Tatsache, das kein Trip zu kurz ist um: a) mindestens eine lange Toilettenpause zu machen und b) irgendeinen überteuerten Touristen-Shop anzufahren. Punkt a) und b) zusammen haben uns zirka 75 Minuten Zeit gekostet 😦

Der Shop wurde übrigens (nach offiziellen Aussagen) von „Agent Orange People“ betrieben. Also arme Leute, die noch heute massiv unter dem Einsatz des Entlaubungsgifts „Agent Orange“ leiden, das die Amerikaner in unglaublicher Menge über dem vietnamesischen Urwald abgeworfen haben- übrigens ohne nennswerten Nutzen. Sicherlich harte Schicksale, aber Scharen von Touristen an solchen Leuten wie im Zoo vorbei zu schleusen, finde ich doch arg fragwürdig. Außerdem fragten wir uns, ob wir die einzigen waren, die sich wundern, wie die 20-30 Arbeiter diese riesige Menge an zum Verkauf angebotenen Waren (das Übliche von Lesezeichen bis zu Tischen) hergestellt haben sollen. Und viele der Dinge waren nicht nur hier zu finden. Leider stand dieser Abstecher nicht in der Beschreibung des Trips.

Die Cu Chi-Tunnel an sich sind ein riesiges Netzwerk, man kann schon von einer kleinen Stadt reden, die von Guerillas im Kampf gegen die französischen Kolonialherrschaft und die USA genutzt wurden.

Underground 1

Underground 1

Auf dem Foto sieht der Gang größer aus als er war. So maximal 50 cm bis 80 cm an unterschiedlichen Stellen. Man beachte zur Relation die Stufe im Hintergrund.

Ursula war so wild auf die Tunnel, daß sie diese in Rekordzeit bewältigt hat. Ich bin gar nicht so schnell hinterher gekommen- sie hat damit die Bezeichnung „Schnellste Tunnelratte von Cu Chi“ erworben.

Ursula goes underground

Ursula goes underground

Der Vorteil der Tunnel ist einfach zu erklären: sie sind weitläufig, unübersichtlich und so eng das schon die, tendenziell kleineren, Vietnamesen an mancher Stelle ihr Probleme haben. Für GIs mit Ausrüstung sind diese Tunnel völlig unpassierbar. Und wenn, dann gab es noch Fallen und andere Nettigkeiten.

Die Tunnel verbinden unzählige „Gebäude“, die aus großen Löchern im Boden mit Dach bestanden. In diesen Häusern wurde der Nachschub für den Widerstand hergestellt- von (echt fiesen) Fallen, Mienen und Waffen bis hin zu Jacken und Sandalen.

Zudem waren die Tunnel mit kleinen, gut getarnten Löchern für den schnellen Angriff versehen. Ich hab es versucht und sag mal: „Es passte so gerade“ 🙂

Underground 2

Underground 2

Später haben wir noch den Wiedervereinigungspalast besucht, der im Herzen der Stadt steht und über eine bewegte Geschichte verfügt.

Wiedervereinigungspalast

Wiedervereinigungspalast

Und da heute unser letzte Tag in Vietnam war, und wir morgen um diese Zeit schon in Kambodscha sein werden, hier noch ein Video das die Motorrollerflut in der Stadt zeigt.

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