Tag 177: Ein halbes Jahr reisen- Eine kleine Bilanz

Unsere Reise ist nun zu Ende und wir sind gut behalten daheim angekommen. Zeit also für ein abschließendes Fazit.

Wir waren 176 unterwegs und weit weg von unserem Zuhause. Die maximale Entfernung betrug 18.621 km mit einer Zeitverschiebung von 10 Stunden.

Wir haben uns per Flugzeug, (Privat-)Boot, Fähre, Bus, Zug, Heißluftballon, Auto, Campervan, Moped, Fahrrad und zu Fuß fortbewegt. Nur letzteres hat kleine Unfälle und blaue Flecken nach sich gezogen.

Wir sind 15.294 km auf der falschen Straßenseite, also links gefahren, ohne nennenswerte Zwischenfälle. Auch hat uns keine Panne aufgehalten.

Wir sind über 500 km zu Fuß gelaufen. Oft ohne oder nur mit kleinem Gepäck, oftmals aber auch mit unseren schweren Rucksäcken.

Wir haben insgesamt über 50.000 km zurückgelegt. Die Fahrt- und Flugzeit haben wir nicht aufaddiert, aber es waren Tage.

Wir sind in 16 Flugzeuge gestiegen und zum Glück wohl behalten auch wieder ausgestiegen. Unser Gepäck landete immer mit uns am gleichen Ort. Leider haben wir durch eine Umbuchung einmal unser Flugzeug verpaßt 😦

Wir haben in über 70 verschiedenen Unterkünften und Campingplätzen geschlafen. Nur zwei- bis dreimal haben wir dabei einen richtigen Reinfall erlebt. Unsere Unterkünfte waren Hostels/ Backpackers mal ein Hotel aber auch oftmals unser CamperVan oder das Dachzelt auf unserem Wagen.

Wir haben unterwegs etwas über 10.000 Photos geschossen und um die 70 Videos gedreht.

Wir waren in 10 Ländern und hatten es mit ebensovielen unterschiedlichen Währungen zu tun. Die paar Stunden in den USA und UK zählen wir mal nicht. In den letzten Tagen wurden wir häufig gefragt, welches Land uns am Besten gefallen hat. Wir haben festgestellt, daß wir die Frage nicht eindeutig beantworten können. Die von uns bereisten Länder waren sehr unterschiedlich und hatten alle ihre Highlights. Wir wissen, dass wir einige noch einmal bereisen wollen, bei anderen haben wir das Gefühl soweit erst einmal alles gesehen zu haben. Wir werden sehen…

Wir waren so gut wie nie krank und nur einmal hat mich eine Erkältung für einen Tag lahm gelegt.

Wir waren in keiner wirklich gefährlichen Situation, wurden nie bedroht oder ausgeraubt (oder schlimmer).

Wir wurden nie bestohlen, aber ein paar Mal hat man versucht uns zu betrügen. Es ist beim Versuch geblieben.

Die meisten Menschen begegneten uns freundlich. Waren sie nicht freundlich, so zumindestens neutral. Unfreundlich oder ablehnend waren die wenigsten.

Den größten Teil unserer Ausrüstung hatten wir wohl klug und weise gewählt. Das meiste haben wir verwendet und nur wenig vermißt. Trotzdem werden wir beim nächsten Mal wohl noch weniger mitnehmen.

Unsere CatCam hat bis auf einen Tag (an dem wegen eines Lichtreflexes hunderte von Emails kamen), perfekt funktioniert und hat uns ca. 20.000 Aufnahmen von Vinci und Lady geschickt.

In den vergangenen 176 Tagen waren wir mit Ausnahme einer Handvoll Tagen fast rund um die Uhr zusammen. Nicht immer ganz einfach, aber wir sind mit der Situation (zusammen) gewachsen.

Wir haben sehr viel gesehen und viele Erfahrungen gemacht. Darunter war viel schönes, aber auch einiges sehr erschütterndes. Dabei haben wir festgestellt, das wir manchmal überraschend unbeeindruckt waren. Je mehr wir gesehen, je mehr wir erlebt hatten, desto stärker wurde dieser Effekt. Es ist viel mehr eine Mischung aus Übersättigung, ein wenig Reisemüdigkeit aber auch eine erkennede Ernüchterung was vielen Dingen zu Grunde liegt. Wir sehen dadurch einige Dinge in anderem Licht. Ohne dabei ignorant oder gar blind zu sein. Nur sieht man Dinge klarer und aus anderem Blickwinkel. So ein Blick über den berühmten Tellerrand hilft offensichtlich ganz ungemein. 

Darüberhinaus hat sich mehr als einmal bestätigt, daß so einen lange Reise bei weitem kein Urlaub ist (nur manchmal :-)). Zu einem gewissen Grad ist es „Arbeit“ und zu einem Teil auch Alltag- und oftmals richtig anstrengend. Es gab sogar einige Tage an denen wir uns gefragt haben „Warum machen wir das?“. Aber am Ende kamen wir immer zu dem Schluß, daß es richtig war und unsere Entscheidung gut.

Abschließend sind wir glücklich und ein wenig Stolz den Schritt gewagt zu haben und unsere Jobs für einige Zeit auf Eis gelegt zu haben um diese Reise (und die kommende mit „Monster“) zu unternehmen.

Eins steht für uns fest: dies war nicht unsere letzte Rucksackreise. Die Welt ist so verdammt groß. Südamerika z.B. lockt uns ganz ungemein…

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